Coburgs erstes und einziges Naturkost Restaurant

30 Jahre Tie

Teil 1/6

Am 1. Dezember 2014 wird das TIE 30 Jahre alt. Und so ging es los:

John Lennon sang „You are, what you eat“ – Du bist was Du isst. Wer wollte da noch tote Schweine oder blöde Kühe fressen? Wir orientierten uns eher „alternativ“- makrobiotisch & vegetarisch. Essen kaufen bedeutete in den Erdgarten zu München oder ins Satva und Peacefood in Berlin zu fahren. Dann: Ein Hoffnungsschimmer! Der „Wegwarte Naturkostladen“ eröffnete in Coburg.

Erste Erfahrungen in der Gastronomie sammelte ich in der „Schänke“ von Rosel und Thomas Schorr („Magste Teestube machen und Brote schmieren?“). Gleichzeitig ´raus aus der ungeliebten Gesellschaft: 1979 alternativ ökologische Landkommune. Uralte Streuobstwiese roden, garantiert giftfreier Boden, Gemüse anbauen. Ein Flop! Es reicht nicht zur Selbstversorgung und was übrig bleibt, will niemand kaufen...

Teil 2/6

Einmal in der Gastonomie angekommen wurde ich vom Arbeitsamt von einem Holel in die nächste Spelunke vermittelt, die Personalfluktuation in diesem Gewerbe war derzeit doch sehr hoch.

1984 dann Betriebsunfall: Beim Transport eines 50 l Fasses etliche Schädelknochen angebrochen. Der greise Hausarzt sagt: das heilt von alleine! Wegen der großen Schmerzen rät mir eine Freundin die neu eröffnete Naturheilpraxis im "Bürgerhaus" zu besuchen.

So lernte ich Dr. Schrievers kennen, der mich am Ende der Behandlung fragte, ob ich nicht ein alternatives Cafe im Hause übernehmen möchte? (Als Beruf hatte ich Kellner angegeben).

Das wars! Am 1.12.1984 wurde das Cafe TIE in der Mohrenstr. 3 eröffnet.

Teil 3/6

Kaum hatte das TIE seine Pforten geöffnet, tauchte die am häufigsten gestellte aller Fragen auf: Wie ist es denn zu diesem seltsamen Namen gekommen? Nun: Es begab sich zu jener Zeit im Jahre 1984, dass ich im Ordnungsamt der Stadt Coburg weilte, um die Konzession für mein geplantes "alternatives" Cafe zu beantragen und gefragt wurde: Na, wie soll es denn heißen? Tja, das hatte ich mir denn nun nicht überlegt.

Gerne hätte ich den, von einer Packung TIE KUANYIN TEA, abgekupferten Kalligraphen für Tee als Firma angemeldet, jedoch der Beamte sagte: „Symbolfirma is fei aber teurer!“ Und so wurde das Cafe "so wie man es spricht" TIE genannt. Dumm geloffen: Der Kalligraph wird nicht TIE (engl. Tea) sondern CHA (chin. Tee) ausgesprochen. Und so steht bis heute "EISEN" über der Eingangstür. TIE KUANYIN TEA = eiserner Göttin der Barmherzigkeit Tee.

Teil 4/6

Nach der Eröffnung in der Mohrenstraße 3 stellt sich Aufbruchstimmung ein: Ganzheitlich alternativ ins NEW AGE: Yoga, bewußtes Leben, die innige Gemeinschaft des Vereins Bürgerhaus. Vegetarisch ist in, das Café wird mehr und mehr zum Restaurant.

Meine Omi (eine alte Bauersfrau) arbeitet mit und hat wieder einen Sinn im Leben, meine Mutter backt nicht nur den Kuchen, sie wird zur "Mama" des TIE, die MitarbeiterInnen sind eher Mitstreiter als Personal!

Green Peace, Robin Wood, Bioland, BUND, die Grünen, dann auch noch WAA Wackersdorf zu Fall gebracht. Nach 7 euphorischen Jahren das Aus: Unser Bürgerhaus wird schnöde verkauft, der Verein zerfällt, das TIE schließt seine Pforten.

Teil 5/6

Nach dem Auszug aus der Mohrenstraße folgt die Standortsuche: Coburg Bahnhof- und Casimirstraße, Bamberg Au- und Markusstraße, Nürnberg Heldstaße und am Plärrer, Stuttgart, Weickersheim, die Rommelsmühle in Bietigheim- Bissingen.

Nix Klappt.

Im Hier und Jetzt bleibt das TIE in Coburg und landet im Abseits. 1991 wird in der Hutstraße 29 A wiedereröffnet. Naja, Parkplätze sind vorhanden und eine schöne Terrasse ist auch dabei.

Und wieder stellt sich Aufbruchsstimmung ein: Ein neues Team, der Franz kocht immer häufiger selbst, der Bio- Landbau ist so weit fortgeschritten, daß nur noch kontrolliert biologische Lebensmittel eingekauft werden können, Bio- Fleisch wird verfügbar und so wird das TIE vom „ vegetarischen“ zum „Naturkostrestaurant“.

Viele der Stammgäste sind mit umgezogen, durch die Verfeinerung der Küche gelingt es neue Gäste anzulocken, die durch Mundpropaganda veranlasst immer weiter reichende Anfahrten in Kauf nehmen. 
Dennoch befinden wir uns immer noch auf Standortsuche, denn nach 8 Jahren endet der Pachtvertrag!

Teil 6/6

1991: Nach der Eröffnung in der Hutstr. erweist sich der Standort als nachteilhaft.Terrasse gut, Parkplatz schön - 5 Jahre Straßenbau vor der Haustüre sind mörderisch. Erneute Standortsuche, jahrelang.

Wir verfeinern die Küche, um Gäste anzulocken. Franz kocht nun selbst, Gäste werden überregional gewonnen, Demeter Saibling, handgearbeitete japanische Seitanmedaillons, Spitzmorchel, und nach unendlich langen 7 1/2 Jahren endlich der Lichtblick: Leopoldstr. 14

Dorthin zurück, wo Alles begann.

Am 9.9.99 eröffnen wir in der Leopoldstr.14 erneut.

Angekommen im Hier und Jetzt.

Eine Fortsetzung folgt nicht - am 01.12.2014 wird das TIE endgültig 30.

30 Jahre Tie

Am 01.12.2014 wird das Tie 30 Jahre alt.

Herzlichen Dank Ihnen allen, denn ohne Sie wäre es nicht zu diesem Jubiläum gekommen.

Anlässlich dieses Jubiläums hat Franz eine 6-teilige Kolumne über die Geschichte des Ties geschrieben.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen mit der Lektüre.

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